Gute Nachrichten für Bewerber: Zeitarbeit startet mit höherem Einstiegslohn und fairen Chancen

Ab dem 1. September 2026 steigen die Tarifentgelte in der Zeitarbeit erneut. In der Entgeltgruppe 1 liegt das Mindestentgelt dann bei 15,33 Euro pro Stunde und damit spürbar über dem gesetzlichen Mindestlohn. Die nächste Erhöhung auf 15,87 Euro zum April 2027 ist bereits fest vereinbart.

München - Die Zeitarbeitsbranche sendet ein starkes Signal an Jobsuchende und Quereinsteiger. Zum 1. September greift die nächste Entgeltstufe des bundesweit einheitlichen DGB/GVP-Tarifwerks: Das Grundentgelt in der untersten Entgeltgruppe steigt um 2,5 Prozent auf 15,33 Euro je Stunde. Angehoben werden alle neun Entgeltgruppen, also auch die Vergütung für kaufmännische Fachkräfte und IT-Spezialisten. Wer über einen Einstieg per Arbeitnehmerüberlassung nachdenkt, findet aktuell deutlich bessere Bedingungen vor als noch vor zwei Jahren.

Ein Tarifwerk für die gesamte Branche

Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Zeitarbeit erstmals ein einheitlicher Tarifvertrag für ganz Deutschland. Er wurde im September 2025 zwischen dem Gesamtverband der Personaldienstleister (GVP) und der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit abgeschlossen und ersetzt die zuvor parallel bestehenden Tarifwerke von BAP und iGZ. Für Beschäftigte bedeutet das vor allem Klarheit: gleiche Regeln zu Entgelt, Urlaub, Zuschlägen und Sonderzahlungen, unabhängig davon, in welchem Verband der Personaldienstleister früher organisiert war. Formulierungen wie "iGZ-Tarif" oder "BAP-Tarif" in älteren Stellenanzeigen sind überholt.

Das ändert sich zum 1. September 2026

Die neue Entgelttabelle bringt in allen Gruppen ein Plus von 2,5 Prozent. Ein Auszug der Grundentgelte pro Stunde:
 
  • Entgeltgruppe 1 (Helfertätigkeiten ohne Berufsausbildung): 15,33 Euro
  • Entgeltgruppe 2a / 2b (angelernte Tätigkeiten): 15,67 / 16,08 Euro
  • Entgeltgruppe 3 (Fachkraft mit zweijähriger Ausbildung): 17,11 Euro
  • Entgeltgruppe 4 (Fachkraft mit dreijähriger Ausbildung): 18,09 Euro
  • Entgeltgruppe 5 (Fachkraft mit Zusatzqualifikation): 20,27 Euro
  • Entgeltgruppe 9 (höchste Entgeltgruppe): 29,42 Euro
Zum 1. April 2027 folgt die nächste Stufe mit weiteren 3,5 Prozent. Die Entgeltgruppe 1 liegt dann bei 15,87 Euro, die Entgeltgruppe 9 bei 30,45 Euro.

Klar über dem gesetzlichen Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 2026 13,90 Euro und steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Schon die unterste Entgeltgruppe der Zeitarbeit liegt damit deutlich darüber: ab September um 1,43 Euro pro Stunde. Auf eine tarifliche Vollzeitstelle mit 35 Wochenstunden gerechnet sind das rund 215 Euro brutto mehr im Monat. Die Branche zieht also nicht einfach beim gesetzlichen Minimum nach, sondern setzt eine eigene, höhere Untergrenze.

Mehr als das Grundentgelt

Das Tarifwerk regelt nicht nur den Stundenlohn. Mehrere Bausteine erhöhen den Verdienst mit zunehmender Dauer der Beschäftigung:
 
  • Erfahrungszuschlag: plus 1,5 Prozent nach neun Monaten und plus 3,0 Prozent nach zwölf Monaten beim selben Personaldienstleister. In der Entgeltgruppe 1 sind das ab September 15,79 Euro pro Stunde.
  • Einsatzbezogene Zulage: 0,20 Euro in den Entgeltgruppen 1 bis 4 und 0,35 Euro ab Entgeltgruppe 5, gezahlt nach 14 Monaten ununterbrochenem Arbeitsverhältnis.
  • Branchenzuschläge: elf eigene Tarifverträge sorgen bei Einsätzen in bestimmten Kundenbranchen für gestaffelte Aufschläge auf das Tarifentgelt.
  • Equal Pay: spätestens nach 15 Monaten im selben Einsatzbetrieb besteht Anspruch auf die gleiche Vergütung wie vergleichbare Stammkräfte (§ 8 AÜG).

Dazu kommen die üblichen Standards eines regulären Arbeitsverhältnisses: unbefristete Verträge sind möglich, Urlaubsanspruch, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und volle Sozialversicherung inklusive. Auch einsatzfreie Zeiten werden vergütet.

Skills statt lückenlosem Lebenslauf

Neben der Bezahlung punktet die moderne Zeitarbeit als Karrieresprungbrett. Unternehmen setzen im Recruiting verstärkt auf tatsächliche Fähigkeiten und persönliche Motivation statt auf einen makellosen Werdegang. Eine Lücke im Lebenslauf, ein Branchenwechsel oder der Wiedereinstieg nach einer Familienphase sind längst kein Ausschlusskriterium mehr. Wer fachlich passt und mitziehen will, bekommt die Chance, sich im Betrieb zu beweisen statt nur auf dem Papier. Das verkürzt den Bewerbungsprozess erheblich: Statt monatelanger Auswahlverfahren steht oft schon nach wenigen Tagen der erste Einsatz.

Sprungbrett in die Festanstellung

Ein Einsatz über einen Personaldienstleister ist in der Praxis häufig der Weg in eine unbefristete Stelle beim Kundenunternehmen. Beide Seiten lernen sich im Arbeitsalltag kennen, das Risiko einer Fehlbesetzung sinkt, und eine Übernahme ist jederzeit möglich. Wer nicht übernommen wird, geht ebenfalls nicht leer aus: Jeder Einsatz bringt neue Referenzen, Kontakte und Berufserfahrung in unterschiedlichen Unternehmen und Systemen. Gerade im IT- und im kaufmännischen Bereich ist diese Breite ein handfester Vorteil im weiteren Berufsweg.

Jetzt ist der richtige Moment

Höhere Tarifentgelte, klare bundesweite Regeln und eine Auswahl, die stärker auf Können als auf Formalien schaut: Wer flexibel durchstarten und gleichzeitig von fairen Standards profitieren möchte, findet in der Zeitarbeit derzeit sehr gute Bedingungen. Ein Blick in unsere aktuellen Stellenangebote lohnt sich - bei unseren Positionen ist grundsätzlich ein Gehaltsrahmen hinterlegt.

 

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