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+++ 31.08.2018 Arbeitsmarkt: Konjunktur kommt an +++

„Der deutsche Arbeitsmarkt boomt – vor allem die sogenannten Normalarbeitsverhältnisse legen weiter zu und die Zahl der befristet Beschäftigten sinkt, zeigen die neuen Befragungsdaten des Statistischen Bundesamts,“ zieht Holger Schäfer, Senior Economist für Beschäftigung und Arbeitslosigkeit des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sein Fazit aus der Statistik. Der wirtschaftliche Erfolg komme also bei den Arbeitnehmern an.

Eine Steigerung zeigte sich laut Schäfer jedoch auch bei den atypischen Beschäftigungsverhältnissen, die um 63.000 zunahmen. Doch hier sei Empörung fehl am Platz: Die Zunahme basiere nahezu ausschließlich darauf, dass es mehr gemeldete Zeitarbeitnehmer gab. Die Zahl relativiere sich allerdings, wenn man berücksichtige, dass 2017 die Erfassung der Zeitarbeit von einer freiwilligen Angabe zu einer Auskunftspflicht geändert wurde.
 

Zeitarbeit nicht atypisch

Die Einstufung der Zeitarbeit als atypisch erscheint nach wie vor willkürlich: Das Arbeiten für wechselnde Auftraggeber ist in anderen Branchen wie etwa Bauhauptgewerbe und Handwerk ebenso üblich – und: 89 Prozent der Zeitarbeitnehmer sind in Vollzeit tätig, und 83 Prozent haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag in der Tasche. Die unterste Entgeltstufe der Branche liegt mit 9,49 Euro nahezu ein Euro pro Stunde über dem gesetzlichen Mindestlohn – Tendenz steigend: Ab 1. April 2019 steigt der Lohn auf 9,79 Euro, und ab 1. Oktober 2019 gibt´s 9,96 Euro pro Stunde. Die Löhne sind tarifvertraglich geregelt und decken 99,6 Prozent der Branche ab - der Rest schließt Haustarifverträge mit den Gewerkschaften.
 

Eine gute Wahl

Zeitarbeit ist und bleibt eine gute Wahl – vor allem für ehemals Langzeitarbeitslose: Knapp 17 Prozent der Zeitarbeitnehmer waren vorher länger als ein Jahr nicht beschäftigt. Insgesamt kommen rund 65 Prozent der Zeitarbeitnehmer aus der Beschäftigungslosigkeit – und die Zeitarbeitsbranche bietet ihnen neben der Festanstellung mit den gleichen Rechten und Pflichten wie in allen anderen Branchen eine weitere Chance: Rund 35 Prozent werden von den Kundenunternehmen übernommen.

Quelle: IGZ